Trailrunning in Ebnit/Dornbirn

von | 26. August 2013 | Österreich, Reise-News

Die Möglichkeiten waren vielfältig am Wochenende. Panorama Ultra in Sonthofen, Halbmarathon in Lech oder was auf eigene Faust machen. Mein letztes anstrengendes Bergtraining vor dem Transalpine-Run sollte was besonderes werden und so war es dann auch.

Ich will mal sagen, da bin ich bis an die Grenzen eines Trailrunners gegangen. Kein organisierter Wettkampf, sondern eine 24 Kilometer Tour im Bregenzerwald war die Präferenz am vergangenen Samstag. Morgens um 7 Uhr ging’s los. Und ich hätte es ja schon vorher wissen müssen, denn Bergfex und Boulderer Andreas war von der Strecke hellauf begeistert. Bis Dornbirn hatten wir noch normale Straßen, doch um nach Ebnit zu gelangen geht es lediglich eine sehr schmale Straße hinauf durch Tunnels die einfach aus den Fels gehauen sind. Ebnit liegt am Rande eines Kessels, das von Steilen Hängen bis weit über 2.000 Meter umgeben ist. Als wir ankommen regnet es. Wir nehmen uns daher noch etwas Zeit. Essen noch und packen unsere Rucksäcke. Getränke, Brotzeit, und Regenbekleidung. Die Stöcke befestigen wir zuerst außen, doch nach wenigen Metern werden sie schon zum ständigem Accessoire in unseren Händen.

Nach 15 Minuten können wir los. Die Wolken sind so schnell weg, wie sie gekommen waren und und der Himmel strahlt im satten blau. Direkt neben der Kirche in Ebnit geht es los. 50 Meter ist die Strecke noch eben, dann geht es schon satt nach oben und wir gewöhnen uns schnell an die anstehende Anstrengung. Wanderer sind heute eher weniger zu sehen, dafür kommt uns ein Mountainbiker entgegen. Gemeinsam erklimmen wir mit ihm den ersten Hügel. Nach einem kurzen Plateau geht es weiter bergauf zum ersten Gipfel, den… Hier sind dann doch schon vereinzelt Wanderer zu sehen und wir werden wie üblich kritisch beäugt. Ja, so ist es eben mit den Läufern in den Bergen. Es geht sachte bergab über eine Wiese, ehe der Weg im Wald verschwindet. Auf und ab geht die Strecke und ich übersehe das Schild mit dem Hinweis für eine alpinen Steig. Ob ich aber anders gelaufen wäre, kann ich so nicht sagen. Auf alle Fälle stehen wir schnell an einem schmalen Übergang der von einer kleine Leiter gefolgt wird. steil geht’s runter, aber auch steil nach oben. Ich lauf einfach weiter, mein Respekt steigt aber von Meter zu Meter. Der Trail wir wieder breiter und wir laufen durch riesige Blaubeerfelder, ok, wir halten an und stärken uns. Es ist fast wie im Paradies. Doch das Paradies geht wieder aus dem Wald hinaus auf eine Anstieg der der es mehr als in sich hat. Andreas behauptet zwar, das ist ein einfacher Steig, für mich als Runner aber die Grenze des machbaren.

Vorsichtig geht es hoch zum Großen Frechen auf knapp über 2.000 Meter. Die Wege werden immer steiler und enger. Links kann man sich an die Wand lehnen und rechts geht’s steil hinunter. Wie gesagt, einfach weiter laufen. Kurz vor dem Gipfel zweigt der Steig links ab und ich kann in der Entfernung schon den breiten Weg umgeben von Bergwiesen erkennen. Die paar Meter schaff ich auch noch. Doch der Steig hat noch ein paar Überraschungen parat. Erst geht’s steil nach unten und dann über dem Kamm, wo ein Fehltritt fatale Auswirkungen hätte. Mein Schwiegervater würde hier vermutlich sagen, dass das ein richtig schöner Weg sei, für mich war er schon recht schmal.

Als wir durch sind geht der Trail wieder schön breit hinunter durch Kuhwiesen direkt zur Alm. Auf eine Schild ist angeschlagen, dass es heute Kaffee und frischen Kuchen gibt. Wir folgen der Einladung. Kuchen ist jetzt genau das richtige nach dem Weg und wir bekommen zum Abschluss sogar noch einen „Alpenbaileys“, einen Schokolikör.

Verweilen ist aber nicht, denn wir haben noch knapp 10 Kilometer vor uns. Wieder geht es durch Kuhweiden und dann dann eine n super Trail hinunter. Normalerweise packe ich hier meine Krallen aus und lass es laufen. Heute sind irgendwie die Beine müde, vermutlich hat mir der Aufstieg etwas mehr zugesetzt und so quäle ich mich fast dem Berg hinunter. Ok, für Wanderer ist es noch immer schnell, aber für eine Trailrunner eher ein Spaziergang. Die letzten Kilometer gehen  nahezu stetig bergab bis zu einer Hängebrücke unterhalb von Ebnit. Ab hier ist es mit dem Downhill vorbei und die letzten 2 Kilometer bescheren uns noch einmal 350 Höhenmeter. Der Weg durch Ebnit zieht sich elendig. Am liebsten würde ich jetzt aufhören, ich hasse es, wenn die letzten Meter nochmal unvorbereitet hoch gehen. Doch dann sind wir wieder an der Kirche. Schnell die Schuhe runter, frisches Shirt anziehen und zum angrenzenden Beisl. Es ist toll, dass es nach so einem tollen Trail auch gute Getränke gibt.

Ich bin gut für den Transalpine-Run vorbereitet.

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