Transalpine Run 2013 – die dritte Etappe – der Bericht

von | 3. September 2013 | Österreich, Reiseberichte

Die dritte Etappe des Transalpine Run sollte die Königsetappe des Laufs werden. In der Presserklärung von Samnaun erfahren wir beim Frühstück, dass die heutige Etappe das härteste ist, was jemals beim Transalpine Run gelaufen wurde. Knapp 3.000 Meter aufwärts und über 2.100 Meter bergab. Zwei Pässe, die jeweils von Tal aus zu laufen sind. Daten, die man am liebsten gar nicht wissen will.

Der Start ist auch schon morgens um sieben in Sankt Anton. Die Straßen sind noch leer, nur 700 unentwegte Trailrunner bevölkern das Dorf. Es geht gleich bergan durch Sankt Anton und kaum sind wir auf unbefestigten Wegen, wir die Steigung wieder steil. Fahrweg und Trails wechseln sich ab bis zur Darmstädter Hütte. Hier heißt es sich nochmal richtig zu stärken, denn jetzt geht es auf über die Doppelseescharte. Die ersten Läufer brechen das Rennen ab, denn der Übergang erfordert absolute Alpintauglichkeit. Das ist vernünftig. Der Weg ist sehr schmal und ab 2.500 Meter  müssen wir über erste Schneefelder. Gab es anfangs noch eine Trail so geht es nun über ein Geröllfeld. Weniger die Gefahr eines Absturzes, als das Lostreten von Steinen ist die Herausforderung.

Doch die meisten kommen gut über den Grad. Jetzt kommt der Abstieg. Steil, schmal und mit Seilen gesichert. Die Bergwacht und die Rennleitung sind auch da. Alles wird genau beobachtet und die eine oder andere Nummer wird notiert um sie vielleicht auch dem rennen zu nehmen. Wir erfahren später, dass in Ischgl tatsächlich einige Läufer aufgrund fehlender Trittsicherheit aus dem Rennen genommen wurden. Der Downhill nach Ischgl ist steil eng und anspruchsvoll. Es wäre blöd sich gerade hier  zu verletzen, also passen wir besonders auf. In Ischgl selbst gibt es einen Kilometer Asphalt. Wir fliegen regelrecht über die Straße zur Verpflegungsstelle. Es ist mal wieder recht eng geworden mit der Zeit, aber wir haben noch immer 45 Minuten Luft. Nach einer kurzen Stärkung geht es weiter. Ein paar Meter durch Ischgl. Touristen sitzen in den Cafés und schauen irritiert zu. Es ist ja nicht alltäglich, dass sich über Stunden immer wieder Läufer durch die engen Gassen von Ischgl schlängeln.

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Aufgrund einer Baustelle musste die Strecke etwas abgeändert werden und so durften wir durch eine Unterführung mit Rollband laufen. Ob es verboten war, das Laufband zu nutzen, wurde bisher nicht geklärt.

Direkt nach der Unterführung ging es dann schnurstracks nach oben zum Partatschgrad. Der Weg geht zuerst recht gerade im Wald und dann im Zickzack über die Skipiste ehe er wieder im Wald verschwindet. Flacher wird es aber dadurch nicht. Die Läufer motivieren sich gegenseitig, den zweiten Anstieg zu schaffen. Es geht noch einmal über Felsen, ehe wir den Grad erreichen. Geschafft, denkste, nach einer kurzen Bergabpassage warten gegenüber noch einmal 300 Höhenmeter auf uns. Dich auch die schaffen wir alle mit Bravour. Zeitlich haben wir beim Aufstieg gut eine Stunde rausgelaufen. Arno der in Ischgl noch etwas über müde Beine klagte, war auch wieder fit. Jetzt ein kurzer Downhill zur letzten Verpflegung. Eine Nudelsuppe, etwas Cola und Kuchen, die richtige Verpflegung um drei Uhr nachmittags. Nach der Stärkung stürzen wir uns in den letzten Downhill, noch sechs Kilometer über Wiesen und enge Trails. Die letzten drei kilometer wird der Weg breit und wir sehen Samnaun schon vor uns.  Da Samnaun aber aus mehreren Ortsteile besteht müssen wir noch einmal rechts abbiegen und laufen an der Seilbahn vorbei Richtung Samnaun-Dorf.

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Hier geht’s es zuerst durch ein kleines Wohngebiet ehe wir auf einer Nebenstraße die noch einmal einen schier nicht enden wollenden kurzen Anstieg hat Richtung Ziel laufen. Meter vor unserem Einlauf werden wir schon angekündigt. Leider endet die Etappe etwas abseits vom Zentrum und so sind heute nur Begleiter oder Läufer im Zielbereich. Egal, nach knapp über neun Stunden sind wir gut angekommen und erhalten noch eine Sonnencreme für morgen. Das obligatorische Weißbier, alkoholfrei natürlich darf auch nicht fehlen. Wir klatschen mit den anderen Läufern ab und freuen uns auf die nächste Etappe. Nur 2.000 vertikale Höhenmeter erwarten uns, dafür aber vier mal über 2.700m. Scuol wir kommen.

Sankt Anton

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