Transalpine Run 2013 – die achte Etappe – der Bericht

von | 8. September 2013 | Italien, Reiseberichte

..oder das Ende eines langen Ausflugs.

Heute durften wir uns bei der achten Etappe nach 260 Kilometern und über 15.000 Höhenmetern vom Transalpine Run verabschieden. Sieben tolle Tage lagen hinter uns mit Schmerz, Freude und unglaublich tollen Trails durch die Alpen. Doch bevor wir uns das Finisher-Shirt überstreifen durften, hat der Renndorektor Wolfgang Pohl noch einmal zwei Highlights für uns parat. Der höchste Punkt, das Matritschjoch mit 3.119 Metern muss heute bezwungen werden, ehe wir uns in den längsten Downhill mit über 3.000 Höhenmetern stürzen können. Die achte Etappe hatte noch einmal richtig viele Highlights für uns übrig.

Es geht wieder morgens um sieben Uhr los. Der Start liegt noch im Schatten, doch der Ortler wird bereits mit Sonnenstrahlen verwöhnt, ein gigantischer Anblick. Pünktlich setzt sich das Teilnehmerfeld in Bewegung Es geht am Fluss entlang bis zur Seilbahnstation. Von hier aus erwartet uns ein schmaler Trail. Im Schneckentempo geht es über den Trail, aber heute, am letzten Tag sieht das keiner so verbissen. Wir kämpfen uns weiter nach obe zum Matritsch-Joch. Es geht über eine Forststrasse und dann weiter direkt über die Skipiste nach oben zur Schaubachütte. Ab jetzt wir es noch einmal steil auf den letzten 600 Höhenmetern. Sogar einige Schneefelder sind nun zu überwinden. Die ersten Sonnenstrahlen kommen über den Kamm und erwärmen uns zusätzlich. Nach 1.680 Meter Aufstieg haben wir das Dach des Transalpine Run erreicht. Nun geht es in der Sonne satt nach unten zur ersten Verpflegung. Wir rocken den Trail und liegen wieder super in der Zeit.

Bis zur dritten und letzten Verpflegung wird es dann aber nochmal so richtig knackig. Schließlich liegt Latsch auf nur 658 Metern und so werden die Trails brutal steil. Zwei Abstiege, die von uns alles abverlangen und die Beine fast zum platzen bringen. Der letzte Downhill durch den Wald ist so steil, dass man es eigentlich nur laufen lassen kann, da man beim ständigen Bremsen sonst seine Knie ruiniert. Fünf Kilometer vor dem Ziel sind wir an der letzten Verpflegung. Nach einmal kurz stärken und dann geht es durch die Obstplantagen hinein nach Latsch. Das ganze Dorf steht Kopf und das schon seit Stunden, sind die ersten ja bereits nach 4:42 im Ziel angekommen.

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Vier Kilometer vor dem Ziel passiert es aber. Arno ist einmal während des Transalpine Run unaufmerksam und schon liegt er flach. Hand aufgeschlagen und Hüfte geprellt. Egal, die letzten Meter gehen auch so, das Adrenalin verdeckt den Schmerz.

Die letzten Meter ins Ziel werden ein Jubellauf. Wir klatschen uns ab, freuen uns die Strecke gemeinsam bewältigt zu haben. Im Ziel lassen wir unseren Emotionen freien Lauf. Es wird mit jedem abgeklatscht. Es wird uns wohl erst später klar werden, welche Leistung wir vollbracht haben. Zeiten und Plätze sind nebensächlich. Wir haben die Westroute der Alpenüberquerung geschafft.

Am Abend gibt es dann die verdienten Finisher-Shirts für alle in Latsch angekommenen Teilnehmer. Von 340 gestarteten Teams sind 270 angekommen. Wir feiern zu Highway to Hell auf der Bühne. Die Party fängt gerade an. Unglaublich, wie gut man nach acht Tagen laufen tanzen kann.

Es war ein herausragendes Erlebnis, den Transalpine Run zu absolvieren. Die Landschaft und die Strecken waren einmalig. Es war schon ein Privileg solche tollen Strecken zu laufen. Noch besser, dass wir nahezu verletzungsfrei durchgekommen sind.

Die Schmerzen sind vorüber, ab sofort zählt nur noch der Stolz. Genauso werden wir unser Shirt auch in den nächsten Tagen tragen, das erspart dann auch die lästigen Nachfragen, warum unser Gangbild so unrund aussieht. Mal sehen, vielleicht ziehe ich meine Laufschuhe am Dienstag für eine kurze Trailrunde und Konstanz schon wieder an.

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Latsch

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